Gold für Prince of Persia?

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    • Gold für Prince of Persia?

      Vorschau Berlin-Mariendorf, 31.08.2019

      Zwei deutsche Diamanten gegen die holländischen Meisjes - fliegt Volare Gar zum elften Saisonsieg? - Madame Chance Classique oder Monsieur Birdy de Neuilly bei den „Trotteurs Francais“

      Um es mit englischem Understatement zu formulieren: Ganz einfach war es fürs Rennsekretariat des BTV nicht, nur sechs Tage nach dem Renntag um „Silber“ und das Equine-Auktionsrennen sowie im Schatten der Tags darauf anstehenden HackerPschorr-Veranstaltung in München-Daglfing ein den Ansprüchen der Berliner Premium-Bahn adäquates Programm auf die Beine zu stellen. Das tiefe Durchatmen nach vollbrachter Tat war nicht allein der tropischen Berliner Hitze geschuldet; es bedurfte artistischer Klimmzüge und Liegestützen wie sanfter Überredungskünste, bis die Acht-Rennen-Karte unter Dach und Fach war. Der „Startermarkt“ war wie zu Ultimo so manches Portemonnaie: leergefegt.

      Berühmt ist das alles nicht, berühmt könnte es allerdings im 1. Rennen um 13.30 Uhr losgehen, denn Famous World will es besser machen als bei seiner Premiere vor 20 Tagen in Dinslaken, bei der er Michael Nimczyk nach etwas mehr als der Hälfte der Distanz aus der Hand sprang - und das als 15:10-Favorit!

      Berühmt - zumindest für Estrella AV - könnte er im 8. Rennen auch enden, denn beim 26. Versuch peilt die fleißige Preussenstolz-Tochter ernsthaft den ersten Sieg der Karriere an, an dem sie einige Male aus mehr oder weniger weiter Ferne schnuppern durfte. Obacht zu geben hat Carola Reckzeh dafür in erster Linie auf Goofy Wan und Liberty Bell. Die Formen der „Freiheitsglocke“, die in Berlin noch keinen sonderlich feinen Klang hatte, sind zwar bescheiden, doch in deren Sulky sitzt mit Michael Hamann ein Mann, der so manch Unmögliches möglich macht. Der Triumph mit Los Vascos im heurigen Fritz-Brandt-Rennen sollte Warnung genug sein.

      Im finanziellen wie sportlichen Brennpunkt stehen Fortsetzung bzw. Ende zweier Serien. Mit dem Startschuss zur mit 10.000 Euro Garantie-Auszahlung befeuerten V7+-Wette, dem „wettertechnischen“ Höhepunkt, fällt im 2. Rennen jener zum 3. Lauf der Goldserie. 15.000 Euro vermochten nur fünf Willige hinterm Ofen vor an den Gabentisch zu locken. Von denen sollten die beiden im Besitz des Mariendorfer „Chefs“ Ulrich Mommert befindlichen Prince of Persia und Out of the Slums das beste Ende unter sich ausmachen, obwohl der schmucke Prince zuletzt in Hamburg ein galoppierender Total-Ausfall war. Doch „Adel verpflichtet“ - in der Hauptstadt ganz besonders. Berlin gut in Erinnerung hat aber auch Out of the Slums, der hier mit Siegen in Shootingstar-Cup (2016) und Derby-Meisterschaft der Amateure die beiden Big Points der Karriere gelandet hat. Während man Noubliez jamais eingedenk seines Namens nie vergessen sollte, ist Tiger di Poggio zur ziemlich zahmen Raubkatze geworden, die nur selten ein klitzekleines Bisschen die Krallen ausfährt und entsprechend geringe Beute macht. Eher könnte die einst bei Berlin stationierte Mon Etoile ihren Stern leuchten lassen; in Hamburg ist sie nur an starken Gegnern, im dänischen Skive an einer Galoppeinlage zu Beginn der ersten engen Kurve gescheitert.

      Mit „20 Mille“ einen gehörigen Klacks mehr gibt’s für die Finalisten der den Vier- und Fünfjährigen vorbehaltenen Newcomer-Serie zu verdienen. Wie’s einem Finale geziemt, wimmelt es im Endlauf der Acht nur so von starken Typen. Im Halbfinale am 19. Juli spielte Toscanini Diamant die erste Geige und gab Major Ass knapp, seinem spät auf Touren gekommenen Zuchtgefährten Timberlake Diamant sicher das Nachsehen. Drei Wochen später im Derby-Pokal der Steher ließ Timberlake die Muskeln spielen und entwand dem „Orchesterchef“ rigoros den Taktstock. Über die holländische Schiene, die in Wolvega ausgelegt war, qualifizierten sich Ice Dragon (Siegerin am 28. Juni vor Red Light DC und Inez Alki), im dortigen Semifinale eben Inez Alki vor Ice Dragon als Beste. Wer macht’s - die beiden holländischen Meisjes, die knochenharten deutschen Diamanten, der Schwede Kobra Håleyrd mit tödlichem Biss, oder hat der Herr Major alles im Griff? Fragen über Fragen, die im 7. Rennen der Lösung harren

      Zum Tipp des Tages dürfte Volare Gar avancieren. „Nur Fliegen ist schöner“, schwärmten 2019 die Fahrer des Varenne-Sohnes bereits zehnmal nach vollbrachter Sieg-Tat. 20.425 Euro Gage klingeln in der Jahreskasse, 1.200 weitere sollen im 6. Rennen gegen William Scott, O.M. Dustin & Co hinzukommen.

      Indes ist Fliegen nicht unbedingt die Sache der Franzosen-Traber, die ausnahmsweise nicht den Absacker der Rennkarte geben, sondern bereits im 4. Rennen an der Reihe sind. Über 2500 Meter dürften sich Dream Gibus und Birdy de Neuilly, die beiden Wallache der aus dem Dressursport kommenden Anne Lehmann, mit Chance Classique einen ausfechten. Nach zweimonatiger Atempause ist die Stute des deutschen Trainerchampions Wolfgang Nimczyk noch nicht in der prächtigen Frühjahrsform, die zu vier Volltreffern, davon zwei auf der Derby-Bahn, und 12.500 Euro Einkommen langte. Speziell Birdy fühlt sich auf dem Mariendorfer Rechtskurs pudelwohl, ist zu drei ersten und zwei zweiten Plätzen geflogen und hat mit Jaap van Rijn einen Spitzenmann im Sulky.
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