Die Trabrennbahn Dinslaken hat aufregende Zeiten erlebt !

    • Ah ok .... dann hier mal als Langtext !

      Dinslaken. Vereinsgründung, Krankenfahrt und sogar Schüsse – von den Anfängen der Rennbahn und den Abenteuern eines Rotkreuz-Mannes.
      Seit nunmehr 70 Jahren gibt es in Dinslaken den Trabrennverein. Theo Lettgen, heute Präsident des Vereins, war damals noch ein Kind, wurde jedoch dank seines Vaters Theo senior mit dem Pferdevirus infiziert. Als dann tatsächlich 1948 in der Gaststätte Lettgen die Idee aufkam, einen Verein zu gründen, war man sich auch schnell darüber im Klaren, dass dazu auch eine Rennbahn gehörte.
      Wer letztlich auf den Gedanken kam, den alten Gutshof Bärenkamp und die umliegende Güter zur Rennbahn umzubauen, daran kann sich Theo Lettgen nicht mehr genau erinnern. Doch eine Schnapsidee war es, wie die Zeit zeigen sollte nicht. Im September 1948 wurde erst einmal aus dem alten Reiterverein der Trabrennsportverein gegründet, mit Arnold Verhoeven und Wilhelm Lantermann als Vorsitzende, danach ging es an die Planungen zur Rennbahn.

      Verein pachtete das Grundstück auf 100 Jahre
      Eine große Bahn, wie ansonsten üblich, passte nicht in die Stadt. Also warum es nicht den Amerikanern gleichtun. Dort gab es 800 Meter Bahnen, die ließen sich gut auf dem Areal des Gut Bärenkamp verwirklichen. Gesagt getan,
      Moderatorin Carolin Reiber gewann mit dem Pferd Alassio 1989 ein Rennen. Theo Lettgen, der bei allen Live-Sendungen dabei war, führte das Tier nach der Show von der Bahn herunter.
      Am 25. Juli 1954 war es so weit – das erste Rennen auf der neuen Dinslakener Rennbahn fand statt. Tausende Schaulustige säumten den Weg und harrten stundenlang im strömenden Regen aus. „Rappen und Schimmel waren bei dem ganzen Schlamm kaum noch zu unterscheiden“, erinnert sich Theo Lettgen.

      Rennleitung in Holzturm untergebracht
      Doch der Tag war ein voller Erfolg, dem viele weitere folgen sollten. Zwei Ränge und eine Holzbude gab es damals auf den jeweils gegenüberliegenden Seiten des Ovals. Das änderte sich jedoch schnell, eine Hallentribüne, die Holzhalle, wurde gebaut. Die Rennleitung war damals am Rand des Geländes in einem Holzturm untergebracht.
      In jenem Holzturm befand sich auf der unteren Ebene auch das Domizil des Roten Kreuzes. Vier Sanitäter waren dort regelmäßig an den Renntagen eingesetzt, eigentlich um kleinere und größere Verletzungen der Besucher zu versorgen. Aber auch, um gleich vor Ort zu sein, sollte sich auf der Bahn ein Unglück ereignen. „Das waren tolle Zeiten“, berichtet Friedhelm Laufenburg, seit 49 Jahren im DRK Dinslaken und Oberhausen als Helfer und Ausbilder tätig.

      Zum Glück gab es selten einen Unfall
      Gottlob habe es selten einen Unfall gegeben und auch bei den Besuchern kam es lediglich zu kleineren Blessuren oder Erschöpfungszuständen. „Letzteres vor allem, wenn sie viel Geld auf ein Pferd setzten, dass nicht als Gewinner durchs Ziel ging“, meint er lachend. In den siebziger Jahren, erinnert er sich, habe man mal einen Besucher des Nachts mit dem Rettungswagen nach Wuppertal bringen müssen. Er wollte nicht ins Krankenhaus. Also wurden die Sanis gebeten. „Der Wagen war brandneu und wir noch nicht alle am RTW ausgebildet“, verrät Laufenburg.
      „Oh Gott, hatten wir bei der Fahrt eine Angst, dass es bei dem alten Herrn zu einem Herzstillstand kommen könnte.“ In Wuppertal angekommen, bereiteten dem Team die vielen Einbahnstraßen Probleme. Kein Weg führte zur Wohnung des Traberfreundes. Lange Zeit irrten die Dinslakener Helfer durch die unbekannten Straßen, bis sie plötzlich von dortigen Kameraden aufgegriffen wurden. „Folgt uns“, hieß es, das Blaulicht ging an und Minuten später war man am Ziel. Dass dabei jegliche Straßenverkehrsordnung außer Acht gelassen wurde – wen störte es in tiefer Nacht.

      Mit Rennausgang nicht einverstanden: Angetrunkener zog eine Waffe
      Sein zweites Abenteuer – ein Angetrunkener war mit dem Ausgang eines Rennens nicht einverstanden. Manipulation wurde angedeutet. Daraufhin zog der Mann eine Waffe und schoss mehrmals auf den Holzturm. „Eine Kugel drang durch unsere offene Tür, sauste an meinem Kopf vorbei in die Wand“, so Friedhelm Laufenburg. „Ich habe jede Menge Glück gehabt.“ Nach den Schüssen habe Laufenburg den flüchtenden Schützen verfolgt. Es gelang ihm, sich zumindest die Autonummer zu merken. Die Polizei konnte den Mann dadurch in Duisburg erwischen. Friedhelm Laufenberg war danach natürlich der Held des Tages.
      Ob das Rennen manipuliert war – keine Ahnung. Manipuliert war höchstens das Rennen von Hänschen Frömming, einem der weltbesten Sulkyfahrer. Der war zu Gast mit seinem Pferd Delmonica Hannover. Frömming musste sein Pferd sichtbar zurückhalten, sonst wäre es Runden vor den anderen im Ziel angelangt. Doch Delmonica Hannover, das Ausnahmepferd, lief ohne Konkurrenz.

      Die Idee der Rennbahn:

      • Entstanden ist der Trabrennverein einst aus dem alten Reiterverein. Die Mitglieder jenes Reitervereins hielten sich alle einen Warmblüter neben den Kaltblütern, die als Wirtschaftspferde für die Land- oder Forstwirtschaft genutzt wurden. Auch der Warmblüter wurde damals als Wirtschaftspferd genutzt. Eigentlich konnte man sich nicht vorstellen, darauf zu reiten, so Theo Lettgen, heutiger Präsident des Trabrennvereins.
      • Mit dem Aufkommen der Traktoren verschwand das Pferd als Nutztier und man kam auf die Idee, die Tiere auch anders zu nutzen. 1948 beschloss man in der Gaststätte Lettgen, einen Trabrennverein zu gründen. Was aber soll ein Verein ohne Rennbahn, also wurde auch sie geplant. Der Verein gründete sich im September 1948, das erste Rennen auf der Bahn startete am 25. Juli 1954.